Geschichte der Grassmayr Glockengiessereien

Vorwort

Namen erscheinen wie sie in den damaligen Matriken der katholischen Kirche eingetragen wurden. Die historische Abfolge ab ±1600 ist weitgehend den Büchern Die Feldkircher Glocken­gießer und Fabrikanten Graßmayr (Rainer Bayer, 1989) und Die Glocken­gießer­familie Grassmayr (Jörg Wernisch, 2012) entnommen.

Meran vor 1500

Die Erforschung von Familiennamen wäre ohne standes­amtliche und kirchliche Archive nicht möglich. Vor allem letztere sind von enormer Bedeutung, existieren aber aus historischer Sicht noch gar nicht so lange. Abgesehen von einigen erhaltenen Frag­men­ten aus dem 14. und 15. Jahrhundert wurde die Führung von Heirats­registern und Tauf­büchern erst 1563 durch das Konzil von Trient vor­geschrieben. Die Einführung von Sterbe­büchern ließ noch fünfzig Jahre auf sich warten. [1]

Konzil von Trient

Konzil von Trient 1545-1563


In der Praxis dauerte es oft noch mehrere Jahr­zehnte, bis die Pfarr­matriken auch überall kon­sequent geführt wurden. So beginnen bei­spiels­weise die Matriken in der Bischofs­stadt Brixen 1572 und das Traubuch in Oetz erst 1633.

Kirchenbücher können heutzutage leicht online ein­gesehen werden, aber bei den Bürgerarchiven ist dies meist nicht der Fall und es ist notwendig, persönlich vorbeizukommen. Glücklicher­weise gibt es Namen­forscher, die das bereits für uns getan haben.

Der Forscher Tarneller erwähnt den Grasmairhof in Algund bei Meran, wo 1357 ein Chuonrado und 1380 ein Toldone lebten. Grasmair ist somit ein Beispiel für einen Hofnamen, der zum Familien­namen wurde. In Lemma 534 schreibt Tarneller: Die Grasmair scheinen früh über die Berge nach Nordtirol gekommen zu sein, wo dann die berühmten Glockengießer daraus hervorgingen. [2] Jungwirth war derselben Meinung. [3]

Toldone und Chuonrado

Erwähnung von Toldone und Chuonrado von Grasmair
Es ist bemerkenswert, daß Mitglieder der Familie Grassmayr bereits vor 1500 aus dem Süden ins Ötztal zogen und teilweise von Tumpen aus nach Brixen zurück­kehrten. Es kann kaum Zufall sein, daß der Name Chuonrado als Khunrad in Tumpen auftaucht. [4] Eine mögliche Blut­verwandt­schaft kann jedoch nicht nachgewiesen werden.